druide keltenpark klein

Das Projekt „Keltenpark" der Gemeinde Großklein, gewährleistet eine nachhaltige Nutzung und Sicherung des Lebensraumes. In Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Projektbetreibern wurde ein Lebensraum geschaffen, in dem Seniorenheim, Gemeindeamt, Gemeindezentrum und ein Gesundheitszentrum für die Region Platz finden. Was hier noch fehlte war ein Kunstwerk von mir, das in seiner Symbolkraft aus der reichen Geschichte unserer Vorfahren zu schöpfen versteht.

„Keltenpark" und Ärztezentrum
Integrativer Bestandteil der Betreuungseinrichtung „Keltenpark", nahe dem Ortskern von Großklein, ist ein Gesundheits- und Ärztezentrum, in dem u.a. Dr. Günther Strohmeier als praktischer Arzt in der Tradition seiner Ahnen mit modernen Mitteln wirkt und Krankheiten der Menschen heilt.
Bereits die Wahl des Namens „Keltenpark" ist ein erster, deutlicher Hinweis, dass man sich hier der eigenen Geschichte durchaus bewusst ist und verpflichtet fühlt. Es ist bekannt, dass die Kelten eng mit der Natur lebten und reiche Kenntnisse über Wirkung von Pflanzen und Bäumen besaßen. Die Pflanzenkunde galt bei unseren keltischen Vorfahren als eine der „drei Säulen der Weisheit". Die keltische Medizin betrachtete Körper und Seele als Einheit. Der Druide Taliesin (534 - 599 nach Christus) definierte die 8 Elemente des Menschen: Neben Fleisch, Knochen und Blut waren es Gefühle, Atem, die Wärme des Körpers, die Seele und die Weisheit. Deshalb behandelten frühe Mediziner (bei den Kelten die Druiden) Patienten mit einer Kombination aus Atemtechniken, Heilklängen, Licht und Amuletten, um die Seele zu heilen. Dazu kamen aber auch noch Heilkräuter für die körperliche Gesundheit. In der Gegenwart sprechen wir in diesem Zusammenhang von ganzheitlicher Medizin.
In der Gartenanlage des „Keltenparks" lebt dieses alte keltische Wissen wieder auf. So findet man dort einen Relaxgarten zur Entspannung, einen Sinnesgarten mit Pflanzen sowie einen Kreativgarten mit Gemüse und Kräutern.

Die Fürsten von Kleinklein
Nahe der Marktgemeinde Großklein erhebt sich mit dem Burgstallkogel (458 m) eine Bergkuppe, die in der frühen Eisenzeit Machtzentrum einer ganzen Region war. Hier stand auf einer Fläche von rund 5 ha eine stattliche späturnenfelder- und hallstattzeitliche Höhensiedlung (8. bis Anfang 6. Jhdt. v. Chr.). Sie zählte in der frühen Eisenzeit neben Hallstatt und Hallein zu den wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Zentren des Alpenraums. Um diesen Fürstensitz herum liegen über bewaldete Hänge verstreut, bis heute ursprünglich etwa 2000 Grabhügeln, in einigen davon sind die Machthaber der Region, die Fürsten des Territoriums bestattet worden. Die bis heute mehr als 700 erhaltenen Grabhügeln am Burgstallkogel bilden das größte hallstattzeitliche Hügelgräberfeld des Ostalpenraums. Innerhalb der Sulmtalnekropole bezeichnen die Historiker vier Grabhügel als Fürstengräber. Sie sind von stattlicher Größe und beinhalteten reiches Grabinventar. So fanden die Archäologen im Kröll-Schmiedkogel die mittlerweile weltberühmte bronzene Gesichtsmaske mit den bronzenen Handblechen, ein bronzener Glockenpanzer und ein bronzener Doppelkammhelm.

Druiden: Die Ärzte der Kelten
Die Tradition der Druiden reicht bereits rund 4000 Jahre zurück. Anfangs war ihre Stellung innerhalb der keltischen Gesellschaft vergleichbar mit südamerikanischen Medizinmännern. Den höchsten Status erlangten die Druiden während der Hallstatt-Zeit (ca. 1200 vor Christi Geburt). Nach und nach wuchs der Einfluss der Druiden weiter und erstreckte sich bald praktisch auf sämtliche Bereiche des Dorflebens. Neben ihren priesterlichen Funktionen hatten die Druiden auch weltliche Pflichten und Privilegien. Ihnen oblag nämlich die Rolle des Lehrers, Mediziners, Naturforschers und Richters. Der Druide vereinte gleich mehrere Machtpositionen in sich. So war er auch Heiler und Berater der Keltenfürsten und damit auch des jeweiligen Fürsten von Kleinklein. Aus antiken Quellen und überlieferten Mythen keltischen Ursprungs geht hervor, dass sie auch eine Machtstellung gegenüber den meist aus der gleichen Oberschicht stammenden Fürsten hatten. In ihrer Funktion als Ärzte der Kelten haben Druiden auch Krankheiten des jeweiligen Fürsten von Kleinklein dank Kräuter und Pflanzen von den Hängen des Burgstallkogels geheilt oder zumindest deren gesundheitliche Beschwerden gemildert.

Heilpflanzen
Die Druidische Heilkunst machte sich vor allem das überlieferte Wissen um die Heilkraft von Pflanzen und Kräutern zunutze. Neben Eisenkraut, Mistel und Brunnenkresse behandelten die Druiden-Ärzte ihre Patienten wohl auch schon mit dem bis heute als besonders geschätzte Heilpflanze geltende Tausendgüldenkraut, einem Verwandten des Enzians. Die starke Bitterpflanze war schon immer Goldes wert und fördert bekanntlich die Verdauungstätigkeit und regt die Bildung der Verdauungssäfte an. Mittlerweile ist das Tausendgüldenkraut (Centaurium) so selten geworden, dass es streng unter Naturschutz steht. Das Tausendgüldenkraut spielt in zahlreichen Geschichten und Legenden eine tragende Rolle. Es soll nicht nur Gesundheit, sondern auch großen Reichtum bescheren.
Die einst 50 Arten werden heute in vier Gattungen aufgeteilt. Sie wachsen vor allem als ein-, zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanzen. Die vierkantigen Stängel sind einfach oder verzweigt und selbständig aufrecht bis niederliegend. Die Laubblätter sind haltbar oder zur Fruchtreife verwelkend in grundständigen Rosetten und kreuzgegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Grundblätter bilden eine Rosette. Die ganzrandigen Blätter am hohlen Stängel sind kreuzgegenständig.
Der Gebrauch des Tausendgüldenkrauts gegen verschiedenste Leiden ist bereits uralt. Früh haben es Magen- und Leberleidende gesammelt, damit einen Tee gebraut und damit diese Organe gestärkt und geheilt. Außerdem macht das Tausengüldenkraut das Blut dünn und entfernt daraus schlechte Stoffe. Zudem beseitigt der Tee Sodbrennen, Magenschmerzen und Wechselfieber. Zum Einsatz kommt er ferner bei Darmstockung, Gallenleiden und Leberverhärtung.
Die visualisierte Geschichte eines Medizinmannes

Der Großkleiner „Keltenpark" knüpft an die reiche Geschichte unserer keltischen Vorfahren an. Ich habe mit der Darstellung eines keltischen Medizinmannes einen ganz besonderen kulturellen und schmiedehandwerklichen Beitrag für die Nachwelt schaffen. Dabei habe ich mich von der Historie inspirieren lassen und mir meine Gedanken gemacht, wie es einst im Dunkel der Vergangenheit gewesen sein könnte und daher die visualisierte Darstellung ausgeführt. Mein Medizinmann der Kelten soll einerseits als eine künstlerische, spirituelle Aufwertung des Keltenparks dienen. Andererseits wird damit ein Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart gespannt. Dr. med. Günther Strohmeier, der im Keltenpark arbeitet, ist ja nichts anderes wie ein neuzeitlicher Druide, ein moderner Medizinmann, der ganzheitliche Medizin anwendet, wie sie im Prinzip auch schon bei den Kelten bekannt war. Daher habe ich einen Druiden mit einem Tausendgüldenkraut in der einen und dem Äskulapstab, der heute zum Symbol des ärztlichen Standes geworden ist, in der anderen Hand, erschaffen.

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